Vereinsgründung – Entstehung des Heimat- und Kulturverein Wiebelskirchen e. V.
Als die Gemeinde Wiebelskirchen zum 1. Januar 1974 aufgrund der Gebiets- und Verwaltungsreform ihre Eigenständigkeit verlor und der Stadt Neunkirchen angegliedert wurde, sollte ein Dachverband für die örtlichen Vereine geschaffen werden, der die bisher von der Gemeindeverwaltung Wiebelskirchen geleistete Arbeit, etwa bei der Durchführung von Dorfgemeinschaftsveranstaltungen (Heimatfesten usw.) weiterführen sollte. Es waren Beschäftigte aus der ehemaligen Gemeindeverwaltung, die den Stein ins Rollen brachten.
Sie wollten aber auch eine gewisse Unterstützung bei ihren nun im Neunkircher Rathaus angesiedelten Tätigkeiten haben. So wurde 1975 der Heimat- und Kulturverein Wiebelskirchen e. V. gegründet. Der erste Vorstand unter dem 1. Vorsitzenden Dr. Karl Mathias bestand fast ausschließlich aus ehemaligen Bediensteten der früheren Gemeindeverwaltung.
Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne der Gemeinnützigkeitsverordnung und zwar insbesondere durch:
a) Förderung der Heimatpflege und der Heimatkunde
b) Förderung der Denkmalspflege
c) Förderung der Landschaftspflege im Sinne des Reichsnaturschutzgesetzes
Den Vorgaben der Satzung folgend beauftragte Dr. Mathias schon 1977 die Vereinsmitglieder Horst Fritz und Norbert Hell mit der Sondierung auf dem der ev. Kirchengemeinde gehörenden Grundstück am Kirchberg. Der Sache war zunächst kein großer Erfolg beschieden.
Inzwischen hatte der Vorstand einige Veränderungen erfahren. Unter anderem wurde der Wiebelskircher Kaufmann Herbert Müller als Nachfolger von Dr. Karl Mathias zum Vorsitzenden gewählt.
Unter seiner Ägide wurde die Grabung auf dem Kirchberg weiter betrieben. Als Norbert Hell im Sommer 1977 einen Steinsarg mit einem Skelett fand, war das in Wiebelskirchen eine kleine Sensation.
Der damalige Landeskonservator stellte die Grabung sofort ein und empfahl den Steinsarg, der inzwischen im Bauernhaus Kümmel verbracht worden war, wieder auf den Kirchberg zu verbringen. Nur den ununterbrochenen Bemühungen des HuK-Vorstandes unter dem energischen Vorsitzenden Müller war es zu verdanken, dass die Grabung genehmigt wurde und der Archäologe Emanuel Roth die Aufsicht übernahm.
Die Grabung dauerte von 1980 bis 1983 und wurde dann, obwohl erst ein Teil des Geländes untersucht war, wegen Geldmangel eingestellt. Trotzdem war der Erfolg überwältigend: Fundamente einer Kirche aus dem 11. Jahrhundert auf den Resten eines römischen Landhauses, ein Friedhof mit über 1000 Bestattungen, zahlreiche Keramiken, Münzen, Steinsärge und zwei Viergöttersteine wurden freigelegt.
Um die Kirchbergfunde aufzunehmen, wurde in dem oben genannten Bauernhaus ein Museum errichtet. Zwischenzeitlich ist der HuK im Wibilohaus untergebracht, wo ihm von der Stadt Neunkirchen Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt wurden.
Der HuK führt jedes Jahr mehrere Veranstaltungen durch:
- Dorffest
- Weihnachtsmarkt
- Adventssingen
Darüber hinaus werden Vorträge, Lesungen, Ausstellungen sowie heimat- und landeskundliche Wanderungen angeboten. Der Verein zählt heute über 200 Mitglieder und unterhält mehrere Arbeitsgruppen.